Die Deutsche Baristameisterin 2016: Chloe Nattrass

Wir haben eine neue Deutsche Baristameisterin!

Die neue Deutsche Barista-Meisterin heisst Chloe Nattrass und kommt aus Berlin. Ursprünglich kommt die Barista von den Father Carpenter Coffee brewers aus Sydney, und ist über einen Umweg in Berlin gelandet.

Ich habe sie direkt nach dem Sieg in München getroffen und mit ein paar Fragen gelöchert.
Chloe Nattrass

 

Chloe, du bist nun amtierende Deutsche AeroPress- und Baristameisterin! Wie fühlst du dich damit?

Surreal, Satisfying, Scary. Alles in allem sehr sehr toll.

Du arbeitest bei den Father Carpenter Coffee brewers in Berlin. Wie lange bist du schon dort?

Ich bin dort seit April 2016. Vorher war ich bei Five Elephant. Beides in Berlin.

Wo kommst du eigentich her?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Sydney, Australien.

Und wie lange bist du schon in Deutschland? Und aus welchem Grund hat es dich hier her verschlagen?

In Berlin bin ich jetzt seit knapp sechs Jahren. Ich bin aus Brighton, England hergekommen nachdem mir öfter gesagt worden ist dass ich Berlin und die wachsende Kaffeeszene lieben würde. Also habe ich einen Job bei the Barn bekommen, und habs getan! Und ich habe es geliebt!

Wie hast du dich für die Meisterschaft vorbereitet? Wie viel hast du trainiert, hattest du Trainer oder Supporter, wie machst du weiter für die WBC in Seoul?

Ich hatte das Glück von Philipp Henauer trainiert zu werden (er war mein Juror im letzten Jahr). Er war ein toller Coach, und er hat mich auf Zack gehalten. Meine Präsentation habe ich überall geübt wo ich war, habe mir ständig neue Ideen und Änderungen überlegt.

Während dem letzen Jahr bin ich alle paar Monate für eine Woche oder so in die Schweiz um intensiv zu trainieren. Nichts als Training …

Nächstes Jahr werde ich viel reisen, und mich mit so vielen coffee-professionals wie möglich connecten, um zu sehen was in der Industrie abgeht.

Wirst du von Sponsoren unterstützt? Denn die Teilnahme geht ja schon ins Geld …

Henauer Coffee war mein Unterstützer, Sponsor und Partner. Die netten Leute von Acaia waren so gut und haben mir zwei wunderschöne Lunar Waagen* gegeben, um damit zu arbeiten.

Es geht ins Geld, und da ich will niemandem was vormachen. Manchmal habe ich überlegt, ob es das Wert ist. Als Barista in Berlin verdient man nicht so viel. Es ist eine Stadt die noch nicht auf dem selben Stand wie Australien, London und Amerika ist. Aber man steht es durch, und am Ende vergisst man all das und die Kosten.

Ich hoffe dass sich einiges ändert wird. Sowohl der Verdienst der Baristas, als auch die unverschämt hohen Ausgaben, um bei den Competitions vorne mit dabei sein zu können.

Hast du irgendwas gelernt oder studiert was dir hilft als Barista zu arbeiten, oder gar die Competition zu gewinnen?

Ich war nie auf der Uni. Mir war immer bewusst, dass das nicht das Leben ist was ich leben möchte. Ich wollte mit etwas leben und arbeiten, bei dem ich immer weiter lernen, und darin wachsen kann. Als ich den Kaffee entdeckt habe, wurden alle Unipläne über den Haufen geworfen. Ich wollte eigentlich Tierärztin werden … Ich bin immer noch verrückt nach Tieren! Das heisst aber nicht, dass ich nie studieren werde.

 

Chloe Nattrass

 

Und wie oder wo hast du gelernt Barista zu sein?

Kaffee zu machen habe ich bei meinem ersten Job gelernt. In einem fish & chips Shop … Hahaha. Ich war 15. Ich muss nicht sagen dass es kein Specialty Coffee war, und dass ich eine Menge schlechter Angewohnheiten bekommen habe, aber dann wollte ich irgendwann mehr wissen.

Machst du dir zu Hause noch Kaffee? Oder hast du nach all dem Training, dem Brühen, dem  Job, und natürlich dem Verkauf von Kaffee die Nase voll?

Es macht mich immer noch glücklich, zu Hause Kaffee zu machen. Ich nutze die AeroPress, und meine wunderbare Vario Mühle von Mahlkönig. Auf der Arbeit kann ich keinen Cappuccino oder Espresso genießen. Ich weiss nicht warum, vielleicht bin ich zu hart zu mir selbst.

Wenn ja, was ist dein (aktueller) Lieblings-Kaffee?

Ich bin immer noch ziemlich in den Kaffee verliebt, mit dem ich an der Meiterschaft teilgenommen habe. La Punta, aus Costa Rica, Sugar Sweet Process. Er ist so süß und saftig, so einzigartig. Es ist ein unglaublicher Kaffee von einer unglaublichen Farm mit einem unglaublichen Farmer. Fransisco Mena.

Und die Pflichtfrage, auch wenn sie alt und mittlerweile 1000x gefragt wurde: Wie viele Tassen trinkt der Champion am Tag?

Oh Gott, ich habe mich gebessert seit ich mehr in der Kaffeeindustrie arbeite. Als ich angefangen habe habe ich jeden übrig gebliebenen Espresso getrunken den ich gemacht habe. Manchmal 20 Stück am Tag, und ich bin zitternd nach Hause gekommen. Heute bin ich so bei 2-3 am Tag. Das hängt davon ab wie müde ich bin, und natürlich wie gut der Kaffee schmeckt.  Spucken lernen hilft auch sehr viel 🙂

Danke Chloe, viel Spaß weiterhin und jetzt schon mal viel Glück in Seoul nächstes Jahr!

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