Espressohouse nun auch in Deutschland

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Vor ungefähr zwei Jahren hat mir eine Freundin eine Tüte Kaffee aus dem Schweden-Urlaub mitgebracht. Die Packung war mit ESPRESSOHOUSE gelabelt.
Da dämmerte es direkt, als ich eine Einladung zur Eröffnung des ersten Stores in Deutschland aus Hamburg bekommen habe.

Was ist das Espressohouse?

Espressohouse in Hamburg

1996 wurde das Unternehmen in Lund (Schweden) von zwei Studenten gegründet. Bis heute haben sie über 400 Stores in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark, und Deutschland kommt als nächstes hinzu. Die Schweden haben das in Hamburg gegründete Unternehmen Balzac Coffee übernommen, und vereinzelte Läden werden nun umgebrandet. Allerdings entstehen auch neue Läden.

Zu Besuch bei den Schweden

Der erste Gedanke war tatsächlich:

Oha, eine Kette. Na hoffentlich ist das was.

Nun denn, da ich zu dem Zeitpunkt sowieso in Hamburg war: Was sollte es schaden? Also habe ich mich auf den Weg gemacht zum Alstertor 1.

Erster Blick im Unteren Bereich / Erdgeschoss: Schick. Ein Theken- und Kassenbereich wie man ihn von der großen grünen Kaffeehauskette kennt, schicke Einrichtung, viel Licht und Glas.

Espressohouse Hamburg Interior

Als meine Ansprechpartner und persönlichen Gastgeber aus dem Büro im Nebengebäude herüber gekommen sind, sind wir eine Etage hoch gegangen.

Espressohouse Hamburg gemütlich

Hier muss ich ganz ehrlich sagen – und das hätte ich auch, wenn die Getränke nicht aufs Haus gegangen wären – WOW!
Das Interieur wirkt wirklich unmittelbar so: „Ich möchte jetzt den ganzen Tag hier bleiben.“
Ein ziemlich großer Raum, unterteilt in verschiedene „Welten“.

Eine Fensterbank zum sitzen, eine Sessel-Ecke, ein Bereich mit einem unfassbar gemütlichen Sofa, vor einem Fenster Barhocker, und noch woanders ein wenig normalere Tische.

Espressohouse Hamburg

Und der Kaffee? Specialty?

Meine Frage an die drei Frauen mit mir am Tisch war ganz direkt und klar formuliert:
Was ist mit dem Kaffee? Wo kommt er her und wie gut ist er wirklich?

Die Frauen waren übrigens die Barista Koordinatorin Steffi Heidemann, Die Marketing Koordinatorin Karharina Steimel und Barista-Coach Christine Höhn.

Die Antwort kam genau so direkt und klar: Es gibt immer drei Kaffees im Programm. Der Espresso ist der sog. „Signature Espresso“. Ein Blend, aktuell (Oktober 2018) bestehend aus 50% Brasilien, 30% Äthiopien und 20% Kolumbien.
Der Blend wird je nach Ernte im Verhältnis und Röstprofil so abgestimmt, dass das Geschmacksprofil schon beibehalten wird. So dass es der „wiedererkennbare“ Geschmack ist.

Espressohouse Filter

Bei den Filtern (aus dem Bunn Batch-Brew) kann man sich zwischen dem „Signature Brew“ und dem „Special Brew“ entscheiden. Der Erste ist der Hauskaffee, ein Kaffee von vier Farmen aus Brasilien (Cerado Region). Ein Natural! 🙂
Der Special Brew ist jeweils eine Rarität. Sie gibt es so lange, bis die Bohnen aufgebraucht sind, und auch der Nachfolger wird immer erst dann bekannt.

Sipi Falls Special Brew

Aktuell ist es der „Sipi Falls“ aus Uganda. Eine washed SL28 Varietät, das Geschmacksprofil wird mit Noten von Mandarine und spritziger Stachelbeere sowie ausgewogenen Tönen von Mandelschokolade beschrieben. Allein das ist schon etwas, was man in anderen „Ketten“ vergebens sucht.

Woher kommt der Kaffee?

Geröstet wird in der Nähe von Stockholm, in der Rösterei Johan & Nyström. Sie ist Teil des Espressohouse Konzerns, jedoch röstet und vertreibt die Rösterei auch eigene Kaffees, und ist nicht nur eine interne Abteilung. Kaffee wird fast nur direkt, oder von Kooperativen gekauft.

Wichtig und hervorzuheben ist der Qualitätsanspruch: Es wird tatsächlich nur Specialty Coffee gekauft und geröstet. Also eben der Kaffee, der bei den Qualitäts-Verkostungen mindestens eine Punktzahl von 80 erreicht (Alles oberhalb von 80 Punkten wird als Specialty Coffee bezeichnet und entspricht einer besonders hohen Qualität).

Es wird serviert

Natürlich wurde auch aufgetischt.
Der Special Brew hat mich ähnlich begeistert wie das Ambiente im oberen Geschoss. Wirklich einfach lecker.
Bitte, jeder der das liest und in Hamburg unterwegs ist, geht in den Shop und bestellt den Special Brew. Wem er nicht schmeckt, der soll mich bitte anschreiben und sagen warum genau. Ich war begeistert, und gestehe dass ich es immer noch schwer glauben kann. Denn … hey, es ist eine Kette … 🤷‍♂️

Und was ist anders als bei den kleinen Hipster-Läden?

Kurz und schmerzlos: Es gibt Sirup, und Latte Macchiato. Diese Themen wurden tatsächlich im Rahmen der Eröffnung hinterfragt. Aber unterm Strich wurde sich Zielgruppenorientiert entschieden. Wer Caramel Sirup haben will … Bitte schön, soll er haben. Rein wirtschaftlich ist das vertretbar, denn der Rest ist nunmal echt gut!
Das Thema Latte Macchiato ist in sofern interessant, da es dieses Getränk wie wir es kennen – Schichten im Glas – in Skandinavien NICHT gibt. Es wurde eigens für uns Deutsche mit ins Programm genommen. Warum? Klar, Wirtschaftlichkeit und so. Weil die Leute ihn einfach haben wollen. Darüber kann man sicher streiten, und ich schätze das haben sie hinter verschlossenen Türen auch getan, aber unterm Strich auch hier: Who cares? Wenn ich nen Filter bestelle und er schmeckt, dann ist es mir egal was die Gruppe Girlies am Nachbartisch ordern 🙂

Barista oder unfreundliche Aushilfe?

Barista Team Espresso House

Der Klassiker. Man kommt irgendwo rein, und merkt recht schnell ob die Person Ahnung hat, oder neben dem Studium nur die 9€ / Stunde verdienen will, egal wie und möglichst ohne viel Kopfarbeit.

Durch Steffi und Katharina am Tisch, die in ihren Titeln/Funktionen beide das Wort Barista enthalten haben, wurde diese Frage eigentlich schon halb beantwortet.
Unten an der Theke waren verschiedene Leute die „Barista Coach“ oder ähnliches auf ihren Schürzen stehen hatten. Das fand ich erst mal ganz gut, so konnte auch der Standardbesucher zumindest grob erkennen, dass das Team geschult wird.
Wie sich herausstellte wird jedes Team eines neuen Shops vom sog. „Start Up Team“ aus Schweden komplett begleitet. Daneben gibt es ein Unternehmensinternes Barista-Programm, in dem man sich von Barista über Senior-Barista bis hin zum Coach arbeiten kann.

Barista Coach Espressohouse Hamburg

Die Unternehmenskultur wird direkt von der Basis aus Schweden vermittelt. Da möchte ich nicht im Detail drauf eingehen, aber ein Satz fand ich schön, und damit möchte ich das Ganze auch abschließen:

Im Espressohouse begrüßen wir keine Kunden. Es sind unsere Gäste.

Das kann ich so unterschreiben. Wenn ich wieder in Hamburg bin, komme ich auf jeden Fall wieder.


Espressohouse Hamburg
Alstertor 1
Öffnungszeiten: 6.30 – 21 Uhr, am Wochenende bis 22 Uhr

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