Die dritte Tchibo Qbo Röstung 2019 – Kenia

Zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr habe ich die aktuelle Ernte der Qbo Premium Coffee Beans von Tchibo in der Post gehabt.

Die anderen beiden Röstungen in diesem Jahr waren aus Kolumbien und aus Mexiko, nun ist Kenia an der Reihe. Endlich ein Kaffee aus Afrika! Für mich sind Afrikanische Kaffees zwar nicht immer, aber doch sehr oft Favorit.

Die fruchtige Süße mit erfrischenden säurebetonten Noten trifft häufig meinen Geschmack. Mal sehen wie die Bohnen von Tchibo im Test abschneiden.

Was für Tüten sind im Gepäck …

Wie auch bei den vergangenen beiden Kaffees in diesem Jahr gibt es insgesamt vier verschiedene Röstungen.

Filterkaffee und Caffè Crema, jeweils in mild und kräftig.

Noch immer bin ich kein Fan von Caffè Crema, daher gibt es hier nur ein rudimentäres Urteil. Diese Bohnen werden bei mir den Weg in die Espressotasse finden, oder Basis für Flat White und Cappuccino sein.

… und was ist drin?

Der Kaffee kommt von der Kooperative Baragwi in Kirinyaga County in Kenia.

Tchibo engagiert sich bereits seit 2009 vor Ort und unterstützt die Farmer mit Partnern durch soziale und ökonomische Projekte. So wird zum Beispiel bei der Erlangung des Rainforest Alliance Zertifizierung geholfen. Auch ist seit längerem eine Sensibilisierung für die Herausforderungen des Klimawandels fester Bestandteil.

Wer mehr erfahren möchte kann gerne die Website besuchen.

Seit 1953 betreibt diese Kooperative Kaffeeanbau, und zwar in der feuchtesten Region des Landes. Mit zwei Regenzeiten pro Jahr ist die Region am Fuße des Mount-Kenya-Massivs, in Höhen von 1.700 bis 1.800m perfekt dafür geeignet!

Die Farmer bauen hier die Varietäten Ruiru 11 und Batian an, die nach der nassen Aufbereitung dann in Hamburg für Tchibo im Röster landen.

Ruiru 11 ist eine 1985 in Kenia entwickelte Varietät, Batian gibt es erst seit 2010. Beide wurden in Kenia entwickelt und bestechen durch eine hohe Resistenz gegen Schädlinge und Krankheiten.

Gewaschener Kaffee?

Was mich ebenso wie die konkrete Angabe der Arabica-Varietät freut, ist die Info wie die Bohnen nach der Ernte aufbereitet wurden.

Aufbereitung bedeutet, wie die gepflückten Kaffeekirschen weiterverarbeitet werden.

Hier unterscheidet man vom Grundsatz her grob in nasse und trockene Aufbereitung. Jede dieser Arten kann noch weiter differenziert werden, aber der Unterschied ist recht simpel und auch die Basis der jeweiligen Art:

nass aufbereitete Kaffeebohnen

Bei nass aufbereiteten Kaffees wird nach der Ernte das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche mit Wasser von der Bohne abgewaschen.

Trocken aufbereitete Kaffees kommen dazu nicht mit Wasser in Kontakt. Dort wird das Fruchtfleisch vor dem trocknen manuell entfernt (honey process), oder sogar komplett an der Kaffeebohne gelassen (natural process).

Nach diesem Schritt werden alle Kaffeebohnen – egal welche Aufbereitung sie durchlaufen haben – getrocknet. Ob sie vorher noch in ein Fermentationsbecken oder sonst wo hin kommen hängt vom Ziel des Farmers ab was er mit seinen Kaffeebohnen erreichen möchte.

Der Qbo Kaffee von Tchibo in diesem Fall wird vor dem Entfernen des Fruchtfleisches über Nacht fermentiert. So entstehen Zucker, die den Geschmack der Bohne beeinflussen, ganz nach dem Gusto des Farmers.

Getrocknet werden die Bohnen dann mit verschiedensten Techniken. Das sog. African Bed ist ein erhöht gespanntes Tuch auf dem die Bohnen liegen und Feuchtigkeit verlieren.

Es gibt aber auch beschattete Bereiche in denen die Bohnen auf dem Betonboden liegen und dort trocknen.

Die Arbeit während der Trocknung besteht darin, durch häufiges Wenden der Bohnen ein verschimmeln zu verhindern.

Dies geschieht dann so lange, bis die gewünschte Restfeuchte erreicht ist. Das hängt von der Aufbereitungsart, der Region und dem Trockenplatz an und kann von sehr kurzer Zeit bis hin zu mehreren Wochen dauern.

Unterschiede der Aufbereitungen

Grob und sehr allgemein kann man sagen dass trocken aufbereitete Kaffees einen volleren Körper und mehr Süße haben.
Nass aufbereitete Kaffees dagegen haben ein oft sehr klares Geschmacksprofil, dafür weniger Süße.

Die Süße ist für meine persönliche Meinung einer der größten Unterschiede.

Dadurch, dass das Fruchtfleisch nur manuell entfernt wird, bleiben bei der trockenen Aufbereitung einfach immer Reste an der Bohne kleben. Durch die natürliche Osmose zieht der Zucker aus dem Fruchtfleisch in die Bohne, und gibt dem Kaffee später die Süße und den Körper!

Hosen runter!

Zurück zu den Tchibo Qbo Premium Coffee Beans. Wie immer ein rein subjektiver Geschmackstest. Wie mittlerweile bekannt ist tippe ich im Vorfeld drauf dass der Filter mild mein Favorit wird.

Caffè Crema

Wie schon an einigen Stellen hier im Blog beschrieben bin ich kein Freund vom Caffè Crema. Meiner Meinung nach ist da keine anständige Extraktion möglich, daher habe ich mich für die Variante des Americanos entschieden.

Einen Espresso ziehen – mit heißem Wasser auffüllen. Da stimmt für mich bei der Zubereitung im Siebträger das Verhältnis Kaffeepulver zu Wasser, und der Geschmack ist runder.

Die kräftige Variante ist wie bei den anderen beiden Röstungen auch eher was für die, die ihren Kaffee als Booster haben wollen. Wirklich kräftig mit Noten von dunklem Zucker!

Für mich persönlich ist die mildere Variante eher was: Die Verpackung weist auf deine dezente Stachelbeernote hin – sehr speziell, mein Geschmack hat das ehrlicherweise nicht gefunden.

Aber: Durchaus trinkbar, in Verbindung mit Milch als Cappuccino auch wirklich schmackhaft!

Filter

Mein Favorit. Auch hier die milde Röstung: „Anklang von hellen Trauben“. Im Cupping habe ich das tatsächlich nachvollziehen können! Der Kaffee bringt eine schöne Leichtigkeit mit sich und geht fast in Richtung Früchtetee. Ich mag das total!

Die kräftige Röstung wird mit „würzig und ausdrucksstark“ beschrieben. Klar, das ist relativ allgemein, trifft es aber. Kann man trinken, ich denke hier ist der klassische Kaffeetrinker eher die Zielgruppe als die Gruppe derer die sich in Richtung Specialty bewegen 🙂

Fazit

Auch mit der dritten Röstung der Qbo Premium Coffee Beans hat Tchibo gezeigt dass der Weg der „Großen“ in Richtung Thirdwave Coffee geht.

Ich sage hier bewusst nicht Specialty Coffee, da wir nicht wissen ob die Kaffees im Grading tatächlich 80 Punkte und mehr erreicht haben. Wobei ich hier klar darauf hinweisen möchte, dass wir das auch bei den meisten Kaffees aus den sog. Specialty Coffee Röstereien nicht wissen und erst mehr Infos über den Rohkaffee bräuchten.

Die kräftige Filterröstung hat Verwendung im Büro gefunden, die kräftigen Caffè Crema Bohnen haben Platz in einem Vollautomaten gefunden.

Die milden Varianten behalte ich für mich 🙂

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