Tchibo Qbo Premium Coffee Beans – Die nächste Röstung ist da!

[WERBUNG – Entstanden in Kooperation mit Tchibo]

Wie bereits vor einigen Monaten geschrieben, bringt uns Tchibo drei Mal im Jahr wechselnde Qbo Kaffees ins Regal.

Beim letzten Mal war es Kaffee von der Kooperative „Salgar“ (Cooperativa de Caficultores de Salgar) aus Kolumbien, dieses Mal kommen die Kaffeebohnen aus Mexiko.

Wieder ein Kaffee von einer Kooperative!

Die Kooperative Fedecos ist der Ursprung der aktuellen „Qbo Premium Coffee Beans“, so der Produktname.

Aus dem Süden Mexikos kommend, haben sich die Farmer zusammen geschlossen um wie auch bei fast allen anderen Kooperativen den Kaffeeanbau voranzutreiben und faire Löhne zu erwirtschaften.

Der QR Code auf der Packung bringt uns alle Infos, was ich ziemlich charmant finde. Erinnert mich bisschen an Follow Fish. Mega gut.

tchibo kooperative infos

Ach ja, für alle die drauf achten: Natürlich prangt das Fairtrade Zertifikat auf der Tüte. Dass dies nicht im geringsten ein Merkmal für die Qualität des Produktes ist, dazu recherchiere ich gerade für einen ziemlich ausführlichen Artikel der dann demnächst erscheint…

…ABER:
Zwei Drittel der weltweiten Kaffeebauern sind Kleinfarmer mit ein bis zwei Hektar Land. Deshalb investiert Tchibo in Qualifizierungsprogramme und Partner wie FAIRTRADE. Dies unterstützt ohne Frage die Farmer, aber um die Qualität des Produktes hoch zu halten bedarf es dieses Logos nicht.

Spezialitätenkaffee ist an sich ja schon von höherer Qualität, wie die Definition schon besagt. Gerade der Kaffeeanbau im Bereich Spezialitätenkaffee ist für die Farmer ein guter Weg, denn hier werden Preise gehandelt, die unabhängig vom Weltmarktpreis für Kaffee sind.

Der aktuell teuerste Rohkaffee zum Beispiel (Stand August 2019) ist nach meinem Wissen der natural processed Geisha von der  Lamastus Family Estates in Boquete, Panama: 803 $ /lb., also umgerechnet 1.770 $ / kg.
Verkauft wurde er als Röstkaffee für ca 1.200 $ /lb., also ca. 2.646 $ / kg.

Wir sehen also, dass Qualität den Preis bestimmt, und innerhalb einer Kooperative kann hier einiges bewegt werden um genau diese anzuheben.

So wird der Kaffee aufbereitet

Die Bohnen sind gewaschen aufbereitet, was bedeutet, dass das Trennen des Fruchtfleisches der Kaffeekirsche von den Bohnen (die ja genau genommen die Kerne der Kaffeekirsche sind) mit Wasser passiert.

Eine andere Aufbereitungsmethoden wäre zum Beispiel „natural“, da trocknet das Fruchtfleisch erst an der Bohne bevor es meist mechanisch entfernt wird.

Die Produktinformation der Qbo Premium Coffee Beans beschreibt, dass nur die reifen und roten Kirschen geernet werden, und zwar per Hand. Das sogenannte „picking“ ist ein Arbeitsschritt, der auf großen und industriell arbeitenden Farmen niemals passieren würde. Könnte. Warum? Weil der Weltmarktpreis für Kaffee diesen Arbeitsschritt nicht zulässt, und der Farmer einfach keine Möglichkeit hätte, sich das zu leisten.

Ein Kaffeepflücker schafft ca. 10kg Kaffeekirschen am Tag zu ernten, was ca 1,5-2,5kg Rohkaffee entspricht. Keine Frage dass jeder Harvester das in Minuten schafft…

Dazu kommt, dass der Kaffee auf ca 1700-1800m wächst, und an solch steilen Hängen ist die manuelle Ernte oft die einzig mögliche. Ganz einfach aus dem Grund, da Maschinen an den steilen Hängen einfach nix mehr bewerkstelligen können.

Mich persönlich freut das ungemein, dass Tchibo es schafft, die Welt des Spezialitätenkaffees endlich in die Massen zu bringen.

Was ist drin?

Auch wenn wieder einmal das Röstdatum fehlt, so haben sie diesmal eins getan: Wirklich drauf geschrieben was drin ist!

Wie immer: 100% Arabica. Was mich aber besonders freut: Es steht so wortwörtlich nicht auf der Verpackung! Das ist hervorragend!

Was draufsteht ist:

Varietät: Boubon, Caturra, Sarchimor

Das bedeutet, dass die Art der Kaffeepflanze bzw. Bohne Arabica ist, aber die genaueren Sorten wenn man es so nennen will, eben diese drei sind.

Mein Apfelvergleich: Von 100% Apfel hin zu Breaburn, Boskoop, Granny Smith.

Beim Wein nennt man es cuvée, beim Kaffee ist es ein sog. Blend. Ein Mix aus verschiedenen Kaffees.

Bourbon & Caturra

Bourbon ist eine der Hauptlinien der Kaffeebotanikvielfalt, und stammt ursprünglich von der Île Bourbon, eine Insel im Indischen Ozean – 200 km östlich von Mauritius. (Gegen Ende des Jahrhunderts wurde sie umbenannt. Heute ist sie unter dem Namen Réunion auf der Karte zu finden).

Hier haben französische Botaniker Anfang des 19. Jh. Kaffeesamen gepflanzt. Die ersten Versuche scheiterte, da der Kaffee im regenreichen Klima der Insel sich einfach nicht wohlfühlte. Erst 10 Jahre später überlebten einige Pflanzen  und passten sich dem feuchten Klima an: Die Kaffeekirschen wurden runder und kürzer. Die Kerne verkleinerten sich. 

Die Varietät Bourbon bringt eine breit gefächerte Aromenvielfalt mit sich. So findet man fruchtige Zitrusaromen, feine komplexe Säuren, eine hohe Süße und einen voller Körper.

Caturra ist eine Untervarietät der Bourbon, und seit ca 1915 bekannt.

Sarchimor

Sarchimor ist ein Hybrid aus den beiden Haupt-Stämmen der Kaffeebotanik, Coffea Arabica und Coffea Robusta. Somit ist Sarchimor auch keine Varietät im eigentlichen Sinn. Vielmehr beschreibt es eine Gruppe von Kreuzungen… Aber das würde hier zu weit führen, unter dem Link gibt es mehr Informationen für alle die wirklich mehr wissen wollen.

Mehr Infos zu den Kaffeevarietäten:

Bourbon Caturra Sarchimor

Die verschiedenen Röstungen

Wie auch beim letzten Mal kommt der Kaffee in verschiedenen Röstungen daher, so dass für jeden was dabei ist: Die Filterkaffee- und auch die Caffè Crema / Vollautomaten Trinker bekommen jeweils Bohnen in mild und kräftig zur Auswahl.

Wichtig ist hier, dass es um den Geschmack geht! Und nicht etwa wie vielerorts vermutet wird, dass der kräftige Kaffee „knallt“, und beispielsweise mehr Koffein oder sonst was enthält.

Filter

Mein Favorit der Qbo Serie. Mag daran liegen dass ich kein Caffè Crema Trinker bin… 

Der Filterkaffee bringt wirklich fruchtige Noten mit, und wie beim letzten Mal auch: Zu meiner großen Freude hat es nix mit dem Kaffee aus Omas Pumpkanne zu tun (mein Lieblingsbeispiel…).

Die zwei Filtersorten überraschen mit der Frucht von Mirabellen, oder aber Rohrzucker mit Papaya.

Caffè Crema

Mein Kompromiss. Für den Test habe ich es „gewagt“, und ich sage mal so: Wenn ich eine solche Tasse Kaffee in der Gastronomie bekommen würde, würde es mir positiv auffallen.

Was nicht heisst dass ich plötzlich Fan bin, aber wie sagt man? Der Einäugige unter den Blinden? Ich weiss, es klingt gehässig, aber das liegt einzig und allein daran, dass ich da kein Verfechter von bin. Fachlich macht Caffè Crema keinen Sinn.

Deshalb habe ich die gleiche Nummer mal als Americano probiert. Und siehe da: Wie mit jedem Kaffee ist das die bessere Variante. Hier kommt viel mehr Geschmack in die Tasse als bei der Crema Variante. Ist auch klar, so wird dort ja auch der komplette Kaffee ausgespült, inkl. aller unschönen Bestandteile.

Americano?

Für alle die gerade nicht wissen was ein Americano ist:
Ein Espresso, der mit heißem Wasser verlängert wird, ungefähr auf die Größe einer Cappucchinotasse. Ob erst Espresso und dann Wasser oder umgekehrt, darüber streiten sich die Geister. Am besten macht es jeder so wie er mag.

Als Cappuccino oder Flat White sehr gut zu gebrauchen. Ich mag hin und wieder was kräftiges in Milchgetränken, da bietet sich sowas eher an als ein heller, sehr im skandinavischen Stil gerösteter Kaffee.

Die Geschmacksbeschreibung hier:

Caffè Crema Trinker haben die Wahl zwischen einer zart-fruchtigen Mandarinen-Note und Macadamia Nuss mit getrockneten Früchten.

Fazit

In Sachen Spezialitätenkaffee hat Tchibo hier noch mal eine Schippe drauf gelegt, ich feiere die Angabe der Varietäten ungemein. Wenn es jetzt noch das Röstdatum auf die Packung schafft, dann nähern wir uns immer weiter dem, was bislang nur bei kleinen Röstereien um die Ecke zu kriegen ist.

Chapeau, ich denke und hoffe es ist der Beginn einer guten Entwicklung der „Großen“ im Kaffeebusiness.

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