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Espresso Röstproben von Kaffee Schuler

Zwei Packungen mit #422 und #367

Kaffee Schuler ist eine kleine Rösterei, deren Inhaber Michael nebengewerblich aus Leidenschaft Kaffee röstet und zum Verkauf anbietet. Ich bin durch das Kaffee-Netz Forum auf ihn aufmerksam geworden, und sein Espressoblend aus 80% Arabica aus Kolumbien (Supremo, wet processed) und 20% Robusta aus Indien (wet processed)  hat mich überzeugt! Daher wurde bei aktuellem Mangelbestand in der Küche wieder geordert. Der Bestellung lagen zwei kleine Tüten bei, die lediglich mit Probe 1 #422 und Probe 2 #367 beschriftet waren. Und natürlich das Röstdatum, der 19.4.2016. Ich solle mir einmal ohne weitere Information eine Meinung über die beiden Röstungen bilden, da Michael sich noch nicht ganz schlüssig war.

Also habe ich den folgenden Samstagnachmittag geblockt, um ein kleines private Espressotasting in meiner Küche zu veranstalten.

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Proberöstungen von der Kaffee Rösterei Schuler

Tüte auf, und erst mal tief die Nase reingehalten:

Probe 1 riecht voller und angenehm nach Süße, Probe 2 dagegen nach mehr Röstung, bisschen dunkler.

Das waren die subjektiven Fakten. Die Bohnen in Nr. 2 waren gefühlt auch ein wenig dunkler, aber es kann auch sein dass ich mir das auf Grund des Geruches eingebildet habe.

Teil 1: Espresso ziehen

Als erstes stand Espresso auf dem Plan. Ich plante eine Menge zwischen 18 und 20 Gramm, dies war die Menge bei der Michaels andere Röstung das beste Ergebnis hervorgebracht hat.

Die Testumgebung sah so aus:

  • Bezzera Magica
  • ECM Casa Mühle (MG 2.5)
  • weiches Siegener Leitungswasser
  • je 20g Kaffee
Röstungs-Vergleich
Links Probe 1, rechts Probe 2

Teil 2: Meine rudimentären Sensorik-Kenntnisse aufrufen

Folgende Notizen habe ich beim Verkosten gemacht:

Probe 1:

  • fruchtig
  • starke Säure
  • haselnussbraune dichte Crema

Probe 2:

  • fruchtig, aber nicht so säurehaltig
  • Aromen von Trockenobst / Rosine?
  • vollerer Körper

Teil 3: Cappuccino

Das Ganze muss sich natürlich auch als Getränk mit Milch behaupten. Hier war der Unterschied nicht so stark ausgeprägt. Vielleicht lag es daran, dass ich sehr gerne mit Weidemilch arbeite, welche einen erkennbaren Eigengeschmack hat. Meiner Meinung nach harmoniert dieser perfekt mit Espresso, daher auch meine Wahl. Gefühlt war hier Probe 2 ebenfalls ein klein wenig geschmackvoller, aber dem würde ich nicht zuviel Gewichtung schenken.

Knapp, aber Probe 2 hat gewonnen. Nachdem ich Michael Schuler mein Ergebnis mitgeteilt hatte wurde das Geheimnis gelüftet: Es war – wie ich erwartet hatte – beides der selbe Rohkaffee, der „neue“ El Salvador, jedoch deutlich unterschiedlich geröstet.

  • Varietät: Red Bourbon
  • Finca: La Dalia, El Salvador
  • Größe: 22 manzanas (ca. 153.000 qm)
  • Anbauhöhe: 1400 m
  • Aufbereitung: semi-washed Farmer: Carlos Guillen

Mein Ergebnis war auch das des Rösters, Röstprofil 2 wird es auch werden. Die finale Version wurde tatsächlich nach dem first crack noch länger im Röster gelassen, meine Nase hat mich also nicht enttäuscht!
Danke Michael dass ich Verkoster sein durfte!

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