x54 home Flapper Umbau

Totraum und Geschwindigkeit, das sind die zwei Schlagworte die man an vielen Stellen vernommen hat wenn es um die Mahlkönig x54 home Kaffeemühle geht.

Da ich sie nicht als single dosing Mühle nutze ist mir der Totraum nicht ganz so wichtig. Die Geschwindigkeit hingegen fällt schon auf. Ich meine, auch hier killt mich nicht dass die Mühle sehr langsam ist, es ist immerhin (in meinem Fall und auch vom Hersteller so gedacht) ein x54 home grinder.

Aber wie auch immer, 23 Sekunden und länger für die gewünschten 18g Kaffee fallen schon auf.

Verbesserung durch den Hersteller

Vor einiger Zeit ist mir im Internet eine neue und optimierte Version des Flappers für die x54 home über den Weg gelaufen. Dieser ist ein wenig kürzer als der in den ersten Modellen verbaute Flapper. Die 5€ habe ich investiert!

x54 home neuer Flapper für weniger Totraum
Links der verbaute (alte/längere) Flapper der x54 home, rechts die überarbeitete Version.

Dadurch wird der Widerstand reduziert den das Kaffeemehl überwinden muss um von den Mahlscheiben in Richtung Auswurf zu gelangen.

Das heisst also im Detail: Das Kaffeemehl kann einfacher aus dem Raum rund um die Mahlscheiben (Totraum) gedrückt werden. Ebenso kann einfach mehr Kaffeemehl aus dem Totraum befördert werden, was die verbliebene Menge an Kaffee reduziert und sich nichts anstauen kann.

Genau das was wir brauchen!

Wie sieht das in Zahlen aus?

Wie oben beschrieben: Für 18g Kaffee musste die x54 home mit dem alten Flapper beim Test ca 23 Sekunden mahlen. Klar, das bringt mich jetzt nicht um, und sicher gehts auch schneller wenn von oben 1kg Kaffee nachdrückt. Da ich den Bohnenbehälter aber nie komplett fülle fällt das bei mir raus. (Warum sollte man eine Mühle für den Hausgebrauch mit 1kg Kaffee füllen…wobei es nun auch den kleineren Hopper gibt!)

Aber: Der Kaffee bzw. das Kaffeepulver war schon spürbar warm, was nicht unbedingt wünschenswert ist. Eine Info dazu: Es war ein sehr feiner Mahlgrad, knapp über dem Minimum der Mühle.

Nach dem Umbau bzw. dem Einsetzen des neuen Flappers („Umbau“ ist hier ein bisschen zu hoch gegriffen) schafft die Mühle die selbe Menge einer Bohne statt in 23 nun in ca 17 Sekunden. Gegenüber meiner anderen Mühle, einer Eureka Magnifico ist das immer noch vergleichsweise langsam: Sie schafft es in ca 11 Sekunden.

Hier will ich aber die Kirche im Dorf lassen, denn wie gesagt: Es geht hier um HOME grinder, wo die Geschwindigkeit nicht unbedingt das aller wichtigste ist.

Ich konnte den Prozess um über 25% beschleunigen, was komplett okay ist und das Kaffeemehl tatsächlich nicht mehr so warm werden lässt.

Mahlkönig x54 home

Totraum

Es gab im Vorfeld ja so einige Tests, die den Totraum mit Werten zwischen einem und acht Gramm angegeben haben.

Also habe ich den Test gemacht, und zwar ebenfalls mit dem sehr feinen Mahlgrad. Das muss erwähnt werden, denn bei allen Mühlen bleibt bei feinem Mahlgrad mehr Kaffee im Totraum zurück.

Aber am Ende möchte ich sie ja dann doch für Espresso nutzen, daher auch diese Einstellung.

Mühle komplett ausgesaugt, 18g Bohnen rein und gemahlen. Raus kamen 11.0g. Wow. 7g Totraum sind schon eine Ansage.

Beim auseinander nehmen um den Flapper zu tauschen dann auch die Offenbarung: Das Kaffeemehl „klebte“ rund um die Mahlscheibe, allerdings im oberen Bereich! Klar, wenn es nicht schnell genug raus kann sammelt / staut es sich nach oben hin an, und feines Kaffeemehl klebt nun mal eben.

Long story short: Nach dem Tauschen des neuen x54 Flappers kam ich auf die oben bereits erwähnten 17 Sekunden. Aber heraus kamen: 12.8g. Also verbleibt weiterhin eine recht große Menge an Kaffee in der Mühle. Von 7 auf 5,2g ist natürlich schon eine gute Verbesserung, aber als single dosing Mühle fällt die x54 home weiterhin raus. Ebenso hat der Kaffee weniger Möglichkeit sich nach oben hin anzusammeln, wenn von oben weiter Bohnen drücken. Also mit einem gefüllten Hopper wird die Menge sicher noch einmal reduziert.

Fazit

Kein rausgeschmissenes Geld, aber auch kein must-have.

Der Mahlvorgang läuft ein wenig schneller, und vor allem „rieselt“ der Kaffee nun sehr gleichmäßig in den Siebträger, was mir sehr gefällt. Mit dem alten Flapper kommt er immer schubweise und auch schneller klumpig aus der Mühle, ein richtiger flow stellt sich da nicht ein. Allerdings ist mir das erst im direkten Vergleich aufgefallen, vorher hat es mich auch nicht gestört. Also kein richtiges Argument.

Um mit dem Upgrade single dosing zu erzielen – Da ist die klare Antwort NEIN. Aber fairerweise muss man auch dazu sagen, dass die Mühle auch niemals als single dosing Mühle bezeichnet oder angepriesen wurde.

Sie ist eine solide Mühle für die heimische Küche und macht ihren Job da auch echt gut. Wer nun täglich zwischen verschiedenen Bohnen wechseln möchte oder mehrfach zwischen Espresso und Filterkaffee, der/diejenige wird sich wohl fast überall auf einen Kompromiss einstellen müssen solange nicht klar SINGLE DOSING dran steht.

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