Kaffeemühle reinigen

Egal ob wir uns über den Geschmack vom Kaffee wundern oder nicht – Die Kaffeemühle muss regelmäßig gereinigt werden.

Warum? Nun ja, in der Kaffeemühle werden Kaffeebohnen sozusagen pulverisiert. Dabei entstehen kleine Partikel, die sich – ähnlich wie Sägemehl in einer Schreinerei – auch da absetzen, wo sie schlichtweg liegen bleiben.

Kaffee ist ein organisches Produkt. Das heisst es sind Öle, Säuren, und andere Stoffe enthalten.

Jeder der schon mal an alter Butter gerochen hat weiss, dass ranziges Fett nix tolles ist. Und das ist im Endeffekt genau das, was sich im Inneren der Mühle tut. Kaffee wird ranzig und alt, das will niemand.

Ausserdem vermindern die Kaffeeablagerungen die Leistung der Mühle, so dass sich das auch auf die Lebensdauer auswirkt.

Also: Alle Gründe sprechen für eine regelmäßige Reinigung!

Wie reinigen wir die Mühle?

Es gibt zwei Arten die Mühle in Schuss zu halten. Einmal die simple und oberflächliche Methode, und die tiefergehende Reinigung.

Einfache (wöchentliche) Reinigung

Die einfache Reinigung der Kaffeemühle sollte ca 1x in der Woche erfolgen. Natürlich ist das auch abgängig von Eurem Kaffeeverbrauch, aber schaden kann es auf keinen Fall!

Hierzu wird die leere Mühle ausgesaugt, und dann mit einem Reinigungsmittel „durchgemahlen“. Das ist ein Granulat, was zB. in Form von Kaffeebohnen daherkommt, oder aber auch als Pulver. Es besteht aus Naturprodukten wie Körnern, Getreide und Bindemitteln.
Heutzutage zu erwähnen: Es ist sogar glutenfrei …

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Dass man Kaffeemühlen mit Reis reinigen kann ist ein verbreiteter Irrglaube: BITTE NICHT MACHEN! Die Mahlscheiben und Mahlwerke werden es uns nicht gerade danken …

Also, wie wirds gemacht?

Bevor wir das Reinigungsmittel einfügen, saugen wir an beiden Öffnungen einmal ab, um das Gröbste schon mal zu entfernen.

Dann wird etwa eine Verschlusskappe des Reinigungsmittels in den leeren Bohnenbehälter gegeben, und ganz einfach durch die Mühle gemahlen.
Achtung: Stellt die Mühle dazu ein wenig Gröber ein, so kann das Mittel ein wenig mehr um sich wüten.

Sobald alles draussen ist, kann nochmal der Sauger ran, und der erste Kaffee-Shot holt noch mal den Rest vom Mittel raus (und kann entsorgt werden)

Das war’s! Es kann weiter Kaffee getrunken werden.

Die tiefergehende Grundreinigung

Hier wird es ein bisschen tricky. Auch wenn die Reinigung mit Sauger und Mühlenreiniger schon eine Menge bringt, kommen wir um die tiefe Reinigung nicht herum. Diese sollte in etwa 1x im Monat gemacht werden, aber auch hier gilt: Passt es an Euren Verbrauch an.

Warum werdet ihr sehen, wenn ihr ans Mahlwerk kommt.

(Irrglaube: Ich trinke kaum, dann brauch ich auch nicht so oft sauber machen. Was glaubt ihr was in der Mühle passiert, wenn sich dort tage- oder wochenlang nichts bewegt…)

Ich zeige es hier am Beispiel der Eureka Mignon Magnifico, aber es ist übertragbar für alle Mühlen. Hier und da wird es z.B. ein Kegelmahlwerk statt der Mahlscheiben geben, aber vom Prinzip her läuft es genau so. Im Zweifelsfall hilft Euch die Bedienungsanleitung bei den Schritten wie dem öffnen weiter.

1. Hopper leeren und reinigen.

Das kann mit einem trockenen Tuch sein, oder je nachdem wie viel Kaffeefett sich bereits abgesetzt hat auch mit mildem Spülmittel in der Spüle.

Bevor wir weiter machen: STECKER ZIEHEN!

2. Staubsauger ansetzen.

Genauso wie bei der simplen Reinigung saugen wir hier die Reste oben und unten aus der Mühle raus. So haben wir weniger was wir später entfernen müssen.

3. Gehäuse öffnen

Hier kommt uns bereits der erste Kaffee entgegen. Am und im Gehäuse setzt sich das Kaffeemehl ab, das können wir mit einem Lappen entfernen. Je nach Bauweise hilft auch Druckluft ganz gut!

4. Mahlscheiben / Mahlwerk auseinander nehmen

Wie das bei den einzelnen Mühlen geht erfahrt Ihr in der Bedienungsanleitung.
Die Mahlscheiben sind mit Schrauben an ihrem Trägerelement befestigt. Dort setzt sich das Kaffeemehl besonders gerne ab! Das entfernen wir mit einem Zahnstocher, und zB einer Zahnbürste (die natürlich ausschließlich für diese Anwendung reserviert ist 🙂 )

Ausserhalb der Mahlscheiben im Mühleninneren setzt sich ebenfalls gern was ab, auch hier entfernen wir alles mit dem Zahnstocher, Druckluft oder dem Sauger.

Das war eigentlich schon alles! Die Mahlscheiben sollten nicht nass gereinigt werden. Selbst wenn sie rostfrei sind, hier reicht die Reinigung mit Lappen, Pinsel und Co.

Zusammen bauen

Alles wird nun wieder zusammen gebaut, die Mühle kann neu eingestellt werden und es kann weiter Kaffee getrunken werden.

Ihr seht, es ist absolut kein Hexenwerk, die Mühlen sind dafür gemacht, gereinigt zu werden. Nur weil das Gehäuse sich öffnet braucht ihr nicht denken dass ihr an Rocket Science kratzt. Die Hersteller wissen genau dass die Mühlen gereinigt werden müssen. In coffeeshops werden sie je nach Frequenz tagtäglich gereinigt, und auf diese Sauberkeit solltet ihr zu Hause auch Wert legen.

Wir kaufen ja nicht die besten Bohnen der Welt, um sie dann in der Mühle an ranzigem alten Öl vorbei zu schicken.

Lasst es euch schmecken, und wer seine Mühle das erste Mal seit Ewigkeiten (überhaupt?!) reinigt: Riecht doch mal an dem Zeug was ihr da raus kratzt … 

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