Qbo Premium Coffee Beans frisch aus Burundi!

Neues Jahr, neue Ernten!

[ Werbehinweis: Dieser Artikel ist in Kooperation mit Tchibo entstanden, spiegelt aber dennoch meine persönliche Meinung wieder. ]|

Die neuen Qbo Premium Coffee Beans von Tchibo kommen zu Beginn des Jahres aus Burundi. Genau genommen von der Kooperative Cococa, dazu gleich mehr.

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans aus Burundi in vier verschiedenen Röstgraden

Wie gewohnt hat die Rösterei in Hamburg aus der Ernte vier verschiedene Röstungen gemacht:
Filter und Caffè Crema, jeweils in mild und kräftig.


Was es nicht mehr gibt: Tchibo bietet keinen vorgemahlenen Kaffee mehr an. Das geht zu Gunsten der Qualität, denn dass frisch gemahlener Kaffee einfach mehr Geschmack und Aromen hat ist ja kein Geheimnis mehr!

Die Qualität nimmt zu!

Die Erwartung ist nach wie vor hoch! Denn nach und nach steigt das Niveau der „großen Röstereien“ extrem an und man findet nicht selten Kaffees die um die 90 Punkte im Scoring erreichen. Das Scoring ist ein standardisiertes Verfahren zur Qualitätsbestimmung von Kaffees. 100 ist die höchste (theoretische) Punktzahl, und alles über 80 wird offiziell als „Spezialitätenkaffee“ deklariert. Dazu habe ich hier schon mal ein paar Zeilen geschrieben.

Tchibo habe ich auch in der vergangenen Woche auf dem Hamburg Coffee Festival getroffen, mir allerdings bewusst verkniffen den Kaffee aus Burundi dort schon zu probieren. Denn ich wollte ihn selbst zubereiten, mit meinen Mitteln so wie sonst auch. Ich habe es also bei netten Gesprächen mit den Hamburgern belassen … 🙂

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans aus Burundi

Kaffee kochen

Bevor der Kaffee klassisch zubereitet wurde, habe ich ein sog. Cuptasting gemacht. Dazu wird der Kaffee nach einem definierten Rezept aufgegossen, und mit Hilfe von einem Löffel verkostet.

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans Cuptasting

Dazu kommt Kaffee in eine Tasse, und wird mit heißem Wasser im Verhältnis 1:18 aufgegossen (55g Kaffee / Liter Wasser, laut dieser Quelle).

Nach 4 Minuten wird die „Kruste gebrochen“ die sich oben gebildet hat. Dann kühlt der Kaffee ab, und nach ca sechs weiteren Minuten wird er verkostet.
So lassen sich verschiedene Kaffees neutral miteinander vergleichen, ohne dass man auch noch die Variablen der Zubereitung mit verschiedenen Methoden dabei hat.

Tasting Notes

So bezeichnet man die Aromen und Geschmacksnuancen, die dem Kaffee entspringen. Vom Wein kennen wir es alle, wenn von Zitrusfrüchten und samtem Mundgefühl gesprochen wird.

Angegeben wird der Qbo Kaffees mit folgenden tasting notes:

  • Filter mild: Wassermelone und Physalis
  • Filter kräftig: Clementine und Hagebutte
  • Crema mild: Clementine und Keksteig
  • Crema kräftig: Zartbitterschokolade und Orange

Jeder der jetzt denkt „What?! Wie kann der Kaffee denn nach Schokolade oder Clementine schmecken? Ist der aromatisiert?“
Nein. Ist er nicht. Wieder die Parallele zum Wein: Nichts anderes passiert hier. Die Natur gibt uns Aromen vor. Über 1000 Stück sind bis heute im Kaffee nachgewiesen worden, so viele wie bislang in keinem anderen Lebensmittel.
Verschiedene Kombinationen von verschiedenen Einflüssen begünstigen es, dass manche Aromen präsenter sind und manche nicht. Da sind die Böden auf denen die Kaffeepflanze wächst, die Luft, der Regen, die Vegetation des umliegenden Landes…

Das, gemeinsam mit den Fähigkeiten der Röster holt aus dem Kaffee einfach das Optimum raus.

Was ist drin?

Wie oben erwähnt: Die Bohnen dieser Qbo Edition kommen aus Burundi. Die Kooperative Cococa baut ihn dort in der Kayanza-Region an Steilhängen auf ca 1.850m Höhenmetern an.

Diese im Norden gelegene Region hat die zweithöchste Anzahl an Aufbereitungsstationen. Geerntet wird von April-Juli.

Um mehr zu erfahren, könnt ihr den QR Code auf der Packung scannen und werdet auf die Website der Qbo Premium Coffee Beans geleitet die alle Infos bereit hält! Oder ihr klickt einfach hier auf den Link 🙂

Die Herkunft der Tchibo Qbo Premium Coffee Beans via QR Code checken.

Die Kaffee-Varietät ist die sogenannte Bourbon. Wenn man so will eine „Sorte“ der Arabicapflanze. (Vergleichbar wie der Braeburn, der eine Sorte der Pflanze „Apfel“ ist.)

Die Bourbon ist eine der ältesten und wichtigsten Arabica-Varietäten.

Die (Kurzfassung der) Geschichte der Bourbon Varietät

Französische Missionare brachten im frühen 18. Jh. Kaffee aus dem Jemen auf die Insel Réunion – die jedoch bis 1794 Île Bourbon hiess. Unter Napoleon hiess sie Île Bonaparte, dann bis 1848 wieder Île Bourbon. – Daher der Name dieser Arabica-Varietät.

Bis Mitte des 19. Jh. verblieb Bourbon auf der Insel, bis Missionare die Varietät auf der Welt verteilten indem sie in Afrika und Amerika Fuß fassten.

Ca. 1860 kam Bourbon nach Brasilien, und von dort verbreitete sie sich schnell in den Norden und Süden, wo sie heute noch kultiviert wird.

Mittlerweile hat sich die Linie weiterentwickelt, und Varietäten wie SL 28, SL 34, Caturra oder Pacas (El Salvador) gehen auf die Ur-Bourbon zurück.

Mehr über Bourbon: https://varieties.worldcoffeeresearch.org/info/coffee/about-varieties/bourbon-and-typica

Burundi

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans aus Burundi

Der Großteil des in Burundi angebauten Kaffees entspricht dieser Varietät. Andere wären noch beispielsweise (die ebenfalls auf Bourbon basierenden Varietäten) Jackson oder Mibirizi die aber nur einen geringen Teil ausmachen.

2017/18 wurden in Burundi ca. 200.000 Sack Kaffee angebaut, was ca 12.000 Tonnen entspricht. Ungefähr 2450 Tonnen davon importierte Deutschland. (Quelle: Tchibo Kaffee Report 2019)

Kaffee kam in den 1920er Jahren nach Burundi, und nach einigem politischen hin und her entwickelt sich der Kaffeeanbau seit Beginn der 1990er Jahre wieder zurück in den privaten Sektor.

Zwei Drittel der ca. 160 Aufbereitungsstationen im Land an denen die Ernte weiter verarbeitet wird, befinden sich in staatlicher Hand. Die Cococa Kooperative jedoch betreibt ihre eigene sog. Washingstation, so dass sie hier unabhängig und freier agieren kann!

Die besten Kaffees aus Burundi sind die gewaschenen Bourbon Varietäten, wie oben bereits erwähnt.

Es gibt viele Parallelen mit dem Nachbarland Ruanda, in dem ähnliche Bedingungen herrschen: Ähnliche geographische Höhenprofile, Kaffee-Varietäten, und beide teilen sich das Problem keinen Zugang zum Meer zu haben. Dadurch wird der Export erschwert, um den Rohkaffee schnellstmöglich ohne hohen Qualitätsverlust ans Ziel zu bringen.

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit wurde der Kaffee in Burundi von zusammengeschlossenen Aufbereitungs-Stationen gesammelt, zusammengeschüttet und aus dieser Menge heraus Verkauft. Das heisst es war unfassbar schwer bis unmöglich, Auskunft über die konkrete Herkunft zu erhalten.

Verschiedene Stationen waren in einem sog. SOGESTAL-Netzwerk zusammengeschlossen, und das war der letzte rückverfolgbare Punkt (Sociétés de Gestion des Stations de Lavage).

Mittlerweile jedoch hat auch hier das Qualitätsbewusstsein zugenommen, was dafür gesorgt hat dass die Ernten von verschiedenen Stationen separat behandelt wurden. Das wiederum bedeutet dass wir immer mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit haben, was ein großes Potenzial für die Qualität von Kaffee aus Burundi mit sich bringt!

Geschmackstest

Unterm Strich muss der Kaffee schmecken. Und ob er das tut habe ich mit verschiedenen Methoden getestet. Tatsächlich mal nicht im klassischen Handfilter, sondern ich habe mich der AeroPress und der Ibrik Kanne bedient …

Cuptasting

Wie oben beschrieben der erste Schritt wenn es darum geht, Kaffee zu verkosten. Aufmerksame Leser des Blogs werden sicher schon vermuten was mein Favorit war: Korrekt, die milde Filterröstung. 🙂

Die kräftige Filterröstung war auch noch geschmackvoll, bei den Caffè Crema Röstungen jedoch ist dann ein Cupping auch nicht zwingend mehr das richtige (wird eher für Filterkaffees verwendet).

AeroPress

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans in der AeroPress zubereitet.

Die alternative zum Handfilter. Von Natur aus gibt’s bei dieser Methode mehr Körper in die Tasse. Da das Wasser aktiv durch den Kaffee gedrückt wird lösen sich mehr Öle und geben dem Kaffee ein volleres Mundgefühl. Ich mag’s!
Die Tasse war dennoch leicht, mit einer schönen Süße! Sehr zu empfehlen, auch wenn man hier sicher noch mit der Rezeptur herumspielen kann. Ich habe 19g Kaffee auf 220g Wasser genommen, und das ganze nach ca 1:15 Minuten angefangen heraus zu drücken. Wer mehr zur Zubereitung mit der AeroPress lesen möchte kann das hier tun.

Cezve/Ibrik

Tchibo Qbo Premium Coffee Beans aus Burundi mit der Cezve Ibrik zubereitet.

Der Exot – nicht jedoch in meiner persönlichen Kaffeewelt. Meistens bevorzuge ich hier trocken aufbereitete Kaffees – sog. „naturals“. Aber ich habe dem Bourbon aus Burundi die Möglichkeit gegeben zu zeigen was er kann.

Auch hier ist es die milde Filterröstung gewesen. Ebenfalls das altbewährte Starterrezept 7.5g Kaffee auf 70g Wasser und ca 2:30 min. brühen.

Wer mehr dazu lesen möchte kann das hier tun

Wie zu erwarten war die Tasse verhältnismäßig klar. Die Aromen und der Geschmack kamen ähnlich wie bei der Zubereitung mit der AeroPress zur Geltung, aber nicht so ausgeprägt und definiert.

Fazit: AeroPress schlägt Ibrik!

Siebträger

Mein persönliches stiefmütterliches Thema. Wieder einmal gab es den Americano, mit dem Hintergedanken „muss ja sein“.

Aber siehe da: Der kann was! Klare Aromen, bestimmte und feine Säure, aber sehr wenig Bitterkeit. (Das bezieht sich auf die milde Variante)

Die kräftige Variante war nicht meins, aber dafür habe ich es geschafft, mit der milden Röstung einen Espresso zu extrahieren der hervorragend geschmeckt hat!

Eine feine fruchtige Säure und tatsächlich was von Zitrus. Ob nun Clementine oder nicht … Um das zu beurteilen bin ich leider immer noch nicht tief genug im Detail der Sensorik angekommen.

Auch als Cappuccino: Ausgewogen! Zusammen mit Milch wird das Ganze sehr rund, und hat meinen Geschmack getroffen.

Fazit

Die Qbo Premium Coffee Beans können erneut überzeugen. Dazu unterstützend dieses mal vielleicht, dass sowohl Burundi als Anbauland, als auch die Varietät Bourbon mit zu meinen Favoriten zählen.

Die milde Filterröstung kann sich zu 100% neben zahlreichen Röstungen aus Specialty-Röstereien sehen lassen, sowohl im Cuptasting als auch in der Zubereitung erfüllt sie alle Erwartungen die ich an einen Kaffee habe.

Für die kräftige Filterröstung habe ich direkt die Zielgruppe im Blick: Das sind die Kaffeetrinker, die nach einem Brühworkshop mit verschiedenen exotischen Kaffees oft sagen „Das schmeckt aber nicht richtig wie Kaffee“. Also wird’s hier wieder ein bisschen kräftiger, nur das unangenehm bittere fehlt. Zum Glück.

Die beiden Crema Röstungen würde ich mir nach wie vor statt mild und Kräftig eher als Crema und Espresso wünschen.

Dieses Mal schafft es die milde Röstung in eine Espressotasse, aber wäre sie darauf optimiert glaube ich wäre das Ergebnis noch überzeugender.

Ich bin gespannt auf die zweite Röstung 2020! Mir wurde noch nicht verraten woher die Bohnen kommen werden, also bleibt es spannen …

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