6 Tipps für Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten

Eines der Vorurteile gegenüber dem Kaffeevollautomaten ist:

Damit bekommt man super Kaffee auf Knopfdruck.

Es ist ein kleiner Spoiler, aber leider kann ich es nicht anders sagen: Ich habe es nicht geschafft, mit dem Kaffeevollautomaten einen (nach meinem Gusto) guten Kaffee zu produzieren. Ein trinkbarer Kompromiss ist es geworden, aber mehr auch nicht.

Ich würde immer noch einen einfachen Handfilter für ein paar wenige Euro bevorzugen.

Wer aber auf der Suche nach einem Kaffeevollautomaten ist und eine Hilfe beim Kauf benötigt, der ist auf der Seite meines Kollegen Arne gut aufgehoben:
Auf coffeeness.de bietet er den passenden thematischen Schwerpunkt: Test und Vergleich von Kaffeevollautomaten!
Dort erhaltet ihr einen Überblick über die verschiedenen Modelle, Vergleichstests, weitere Tipps und Tricks rund um sämtliche Maschinen.

Was bedeutet guter Kaffee?

Für die einen bedeutet guter Kaffee, dass eine Schicht Crema auf der Tasse schwimmt.
Für die anderen bedeutet es, dass der Kaffee nicht so bitter wie früher bei Oma schmeckt. Für wieder andere bedeutet es, dass man einfach eine Tasse Kaffee per Knopfdruck aus Bohnen bekommt. Dabei ist es sogar häufig egal, was für Bohnen es sind.

Das ist guter Kaffee

Ich definiere es hier mal ganz einfach:

Guter Kaffee ist es dann, wenn man aus den Bohnen / dem Pulver das herausholt, was man braucht.
Und – ganz wichtig – nicht mehr, nicht weniger! Das heisst, die Stoffe die Geschmack tragen so weit es geht herausholen, aber alles was die Tasse bitter macht soll bitte im Kaffeepulver verbleiben.

Das ist das A und O. Hält man das nicht ein, wird der Kaffee bitter, sauer, stark, schwach usw.

Was macht der Vollautomat?

Vollautomaten sind Automaten. Ich weiss, weise Worte… Aber die treffen es auf den Punkt: Das Meiste passiert automatisch, ohne unser Zutun.
Hier muss man nun wissen: Was passiert genau, und danach versuchen das bestmögliche aus den gemahlenen Bohnen herauszuholen.
Man kann nicht alles einstellen, und das kann Fluch und Segen zugleich sein.

Was braucht man nun für guten Kaffee?

Für guten Kaffee braucht man guten Kaffee!
Auch wieder weise Worte… Aber im Ernst: Ohne die richtige Grundlage wird das nix. Dazu komme ich aber in den TIPPS.

Nun ist es gerade beim Vollautomaten so, dass viele weitere Faktoren hinzukommen. Faktoren, die zB beim Handaufbrühen nicht vorhanden sind. Oder man nicht wie z.B. beim Siebträger großen Einfluss darauf hat.

Faktoren die einen Einfluss haben sind zB
– Wassermenge
– Temperatur
– Kaffeemenge
– Mahlgrad
– Brühdruck

Bei einigen Kaffeevollautomaten kann man einige der Punkte beeinflussen. Mal mehr, mal weniger.

So optimieren wir den Kaffeevollautomaten

Wir starten, indem wir erstmal den Espresso einstellen. Die Parameter könnt ihr danach beliebig bei den anderen Getränken wiederholen, bis euch der Geschmack zusagt.
Es kommt natürlich auch auf Dinge wie das Wasser oder die verwendeten Kaffeebohnen an.

Auch hier hält coffeeness.de ausreichend Infos bereit!

WICHTIG WICHTIG WICHTIG!

Ein Kaffeevollautomat kann die Mengen Espresso, und auch noch Espresso Lungo (mit ca 90-110ml) brühen.
Viele trinken Cappucchino und andere Milchgetränke, und die Basis dafür ist nun mal der Espresso.

notNeutral Intelligentsia

Was gar nicht geht, ist der „Pott Kaffee“. Zumindest nicht mit einem Knöpfchendruck.
Ich ziehe dann zwei Espresso Lungo hintereinander, denn die Kammer für den Kaffee im Automat ist gar nicht so groß, als dass hier die Menge verarbeitet werden kann, um eine große, volle Tasse zu brühen.

Also: Vergesst es, mit einem Druck einen großen Pott Kaffee zu ziehen. Technisch gehts, geschmacklich jedoch eher so gar nicht 😉

Tipp 1: Wasser- und Kaffeemenge

Hier ist es eigentlich immer so, dass wir für den Espresso die voreingestellte Menge Wasser nach unten korrigieren.
Empfohlen werden häufig 35ml, ich tendiere hier eher zu noch weniger. Denn dann stimmt das Verhältnis von Wasser zu Kaffee. Oder ehrlich gesagt: Es ist besser. Von „stimmen“ ist das noch sehr weit weg. Leider.
Die Menge des Kaffees kann man häufig nur durch die Wahl von STARK-MITTEL-MILD wählen. Hier muss man sich schlichtweg herantasten. Ich habe die Erfahrung gemacht dass STARK für Espresso am besten passt.

Für den Lungo (bei mir ca 90-100ml) gehe ich mal eine Stufe nach unten. Aber auch nicht immer, je nach verwendeter Bohne.

Tipp 2: Mahlgrad

Den besten Mahlgrad habe ich kurz vor „ganz fein“ gefunden. Sonst ist die Tasse nach 3 Sekunden voll, und wir wissen alle: Das kann nicht schmecken.

Stellt ihn so ein, dass das Wasser beim Espresso nicht in 10 Sekunden durch ist, und beim Lungo 50 Sekunden braucht.

Man wird es nicht hinkriegen, aber optimal wäre es, wenn der Brühvorgang in etwa gleich lang dauern würde.

Tipp 3: Kaffeebohnen

Vorab: Es funktionieren Grundsätzlich alle Kaffeebohnen.
Trinkt man Espresso, sollten es eher Espressobohnen sein. Trinkt man aber „die lange Tasse“, dann ist es ja logisch dass man mit Espressobohnen nicht viel anfangen kann.

Hier gilt es einfach: Probiert es aus!

Ich habe tatsächlich keine genaue Empfehlung, da es einfach zu viele gute Röster gibt die ich mag. Und nicht von jedem habe ich Bohnen im Kaffeevollautomaten gehabt, so dass ich einfach kein Urteil abgeben kann.

Meine Empfehlung: Try & Error. Ist der Kaffeevollautomat bestmöglich eingestellt, könnt ihr euch durchprobieren.

Das Einzige: Finger weg vom Kaffee aus dem Discounter! In der Industrie ist nun mal Profit vor Qualität, ich denke das ist auch völlig normal bzw nachvollziehbar (was nicht heisst dass man gleicher Meinung sein muss).

Ein Hinweis: Sucht doch mal auf der Karte der Röstereien in Deutschland. Viele haben einen Onlineshop, und helfen auch gerne weiter. Einfach Kontakt aufnehmen 🙂

Die ein oder andere Röstung habe ich auch schon mal hier im Blog vorgestellt…

Tipp 4: Temperatur

Je nach Bohne solltet ihr die Temperatur justieren. Leider kann man das nicht immer. Und meist auch nur in zwei oder drei Stufen.

Kleiner Tipp:
Kaffee mit 100% Arabica-Anteil kann die Temperatur höher sein, als bei Kaffee mit Robusta-Anteil.

Hier sei nochmal erwähnt: 100% Arabica hat rein gar nichts mit der Qualität des Kaffees zu tun. Kann man hier noch mal nachlesen 🙂

Tipp 5: Wasser

Fast alle Automaten bieten Filter an, die in den Wassertank kommen.
Lasst ihn drin. Erst recht, wenn euer Wasser sehr kalk- oder chlorhaltig ist.
Geschmacklich ist es das Eine, Kalkablagerungen in der Maschine jedoch sind das Andere, und das will man nicht.

Wer sowieso einen Filter von Brita* oder BWT* zu Hause hat, kann natürlich diesen internen Filter weglassen.

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Unterm Strich: Filtert das Wasser, egal wie. Dabei ists auch egal ob euer Wasser „super weich“ aus der Leitung kommt oder nicht. Der Kaffee wird es danken.

Tipp 6: Hygiene!

Normalerweise sollte man das gar nicht erwähnen.
ABER: Wörter wie selbstreinigend oder -spülend oder ähnliches suggerieren einfache Handhabe, und dass alles nur mit Knöpfchendrücken funktioniert.

Ich kann nur sagen: Guckt in Eure Automaten!
Herausnehmen und abspülen der Brühgruppe ist da nur die halbe Miete.
Der gesamte Innenraum bekommt Kaffeepulver ab, und das trocknet und schimmelt sich so richtig schön fest.

Daher: Schaut euch im Innenraum um, nehmt euch Tücher, Q-Tips oder was auch immer, und wischt alles sauber. Es lohnt sich!

Ebenso sollte die Tresterschublade nicht erst dann geleert werden wenn die Maschine einen darauf hinweist. Am besten einfach jeden Abend entsorgen, dann ist man safe.

Zum Reinigen mit der Reinigungstablette, oder zum starten des Entkalkungsprogrammes fordert der Automat auf, daher ist das selbsterklärend.

Milchgetränke

Ist der Espresso erst einmal optimiert, dann klappt das auch mit den Milchgetränken.

Wichtig: Reinigt das Milchsystem nach JEDEM Bezug! Angetrocknete Milch oder Milch die irgendwo in Schläuchen ist kann innerhalb von Stunden ziemlich ekelhaft werden …

FAZIT

Für die schnelle Tasse zwischendurch ist der Kaffeevollautomat von der Bequemlichkeit her natürlich unschlagbar.

Die „hauptsache Koffein“-Fraktion würde sich sicher nicht jeden Morgen 5-10 Minuten nehmen, und einen Handaufguss machen. Dafür ist der Kaffeevollautomat neben der klassischen Filterkaffeemaschine eine gute Sache – um sie zu ergänzen. Nicht zu ersetzen, denn die Getränke die zum Schluss in der Tasse sind sind nicht im Ansatz miteinander vergleichbar!

Daher: Wer die richtigen Bohnen gefunden hat, und den Kaffeevollautomaten korrekt optimiert hat, der wird sicherlich nicht unglücklich. Aber einen hochwertigen Kaffee aus einem Kaffeevollautomaten vermisse ich – für meinen Geschmack – bis heute. Leider.

Tipps für Kaffee aus dem Vollautomaten


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Letzte Aktualisierung am 18.11.2018 / *Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Ein Gedanke zu “6 Tipps für Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten

  1. Das ist doch mal ein ehrlicher Beitrag zum Thema Vollautomat. Ich sehe das genauso. Der wichtigste Punkt ist einfach der, dass die Reinigung zwar automatisch erfolgt, aber keineswegs (teure Ausnahmen bestätigen die Regel) VOLLautomatisch. Wer sich darauf verlässt, ist schlecht beraten und genießt unter Umständen Kaffee mit Kalkpartikeln oder im schlimmsten Fall Bakterien oder ähnliches. Denn Kaffeereste und Kalk sind hervorragende Nährquellen für Keimlinge. Also immer fleißig Hand anlegen und auch die Bauteile regelmäßig säubern und – nicht vergessen – trocknen!

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